Freie Christliche Gemeinde Riedlingen


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aus Israel

Berichte



Nachamu, Nachamu ami yomar Eloheichem.
Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott.

Darin sieht das Werk ZEDAKAH (= Wohltätigkeit) seinen Auftrag, der in Jesaja 40,1+2 steht; "Tröstet, tröstet mein Volk! Spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat doppelte Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden." Dabei sollen der Dienst an den Holocaustüberlebenden und das persönliche Leben auch ein stilles Zeugnis der Liebe Jesu sein.

ZEDAKAH ist ein Werk, das im Norden Israels ein Altersheim (in Ma'alot) und ein Erholungsheim (in Shavei Zion) unterhält. In Ma'alot bekommen 24 pflegebedürftige Menschen, die den Holocaust als Juden erlebt haben und keine Familie oder ein geringes Einkommen haben, einen Pflegeplatz. In Shavei Zion gibt es ein Erholungsheim, wo ebenfalls Holocaustüberlebende, die nicht pflegebedürftig sind, zehn Tage kostenfrei Urlaub machen dürfen.

Das Personal in beiden Häusern bilden Freiwillige aus Deutschland, alle bekennende Christen, die ein Leben in enger Verbindung mit IHM leben, die hier ein Freiwilliges Soziales Jahr, ihren Zivildienst oder einfach einen freiwilligen Dienst leisten. Sie leisten diesen Dienst unentgeltlich, bekommen aber ein Taschengeld ausbezahlt, um sich Hygieneartikel u.a. zu kaufen.

Auch ich durfte meinen Zivildienst dort leisten. Ich war die meiste Zeit in Ma'alot im Altenheim eingesetzt und habe dort im Bereich Technik und im Fahrdienst mitgearbeitet. Später übernahm ich auch die Pflege des Gartens.

An jedem zweiten Shabbat wurden die Zivildienstleistenden auch in der Küche und auf den Stationen eingesetzt, wo ich zunächst bei der Vorbereitung des Mittagessens und des Kaffees helfen durfte. Danach ging es auf die Station 1. Hier waren meine Aufgaben vor allem den Bewohnern beim Essen des Kuchens zu helfen, mit ihnen im Garten spazieren zu gehen, Spiele zu spielen, vorzulesen oder sich zu unterhalten. Gegen Abend wurde dann noch der Boden gewischt.

Der Umgang mit Leuten, die von den Nazis im KZ gequält wurden, die heute noch Schmerzen und die eintätowierte Nummer am Handgelenk haben, ist eine große Herausforderung, gerade dann, wenn man als Deutscher zu diesen Leuten kommt. Doch die gelebte Liebe spüren Heimbewohner und Gäste immer wieder. Häufig werden die deutschen Mitarbeiter von Bewohnern oder Gästen gefragt: "Warum tut ihr das?" "Ihr nehmt kein Geld dafür?" "So lange fort von Familie und Freunden?" Umarmungen von Heimbewohnern oder wenn die Gäste nach zehn Tagen wieder nach Hause fahren, Händeschütteln, Tränen der Freude und ein dankbares Lächeln hier und da sind der Beweis dafür, dass die Arbeit, die dort getan wird, ein wirklicher Trost für Gottes auserwähltes Volk ist!

Ich blicke gerne auf dieses Jahr zurück, in dem ich geistig und geistlich reifen und wachsen und außerdem meine zukünftige Frau kennen lernen durfte! Es war ein segensreiches Jahr für mich, das ich nicht missen möchte!

Euer Max



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