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Nachdenkliches
Lehre mich, HERR, deinen Weg: ich will wandeln in deiner Wahrheit. Psalm 86,11
Wenn man unterwegs ist und möchte an ein ganz bestimmtes Ziel, dann ist das ganz einfach, wenn man den Weg schon öfter gegangen ist und einem das Ziel völlig vertraut ist. So finden wir jeden Tag ohne Probleme an unsere Arbeitsstelle und müssen dabei nicht über die verschiedenen Möglichkeiten und Wege nachdenken.
Schwieriger wird es, wenn wir ein Ziel in einer uns unbekannten Gegend, in einer uns unbekannten Stadt ansteuern, von dem wir höchstens ein Bild, eine Beschreibung oder vielleicht sogar eine konkrete Adresse haben. Dann brauchen wir Hilfe in Form eines Stadtplanes oder neuerdings eines Navigationsgerätes, doch wir werden merken, dass das Lesen eines Stadtplanes oder die Bedienung eines Navis durchaus auch seine Tücken hat. Da gibt es den schnellsten Weg, den kürzesten Weg oder den Vorschlag einer ökonomischen Strecke - und selbst wenn die Voreinstellungen alle richtig sind, ist es noch lange nicht garantiert, dass man nicht plötzlich in einer Sackgasse steht, weil die Straßenkarten überholt sind oder man doch eine falsche Eingabe gemacht hat oder die Weisung des Navigationsgerätes nicht oder zu spät verstanden hat.
Unser Leben entspricht ebenso einer Wegstrecke, und unser Leben hat auch einen Start- und einen Endpunkt, ein Ziel. Dieses Ziel kennen wir auch nicht aus eigener Erfahrung, und auch der Weg, der vor uns liegt, ist uns unbekannt und bleibt uns verborgen. Und deshalb sucht jeder Mensch, um nicht blind durchs Leben zu tappen, um Sicherheit zu gewinnen, um wenigstens ein bisschen Klarheit über die nächsten kleinen Schritte zu erhalten, nach Wegweisern, die in die richtige Richtung führen sollen. Dabei gibt es leider viele Probleme, mehr noch wie in den oben erwähnten Beispielen.
Zunächst einmal gibt es eine Unmenge von Wegweisern, die alle in völlig verschiedene Richtungen weisen, es gibt viele Menschen, die vorgeben, die Richtung und den Weg genau zu kennen, und es gibt Wege, die nach dem ersten Anschein bequem und leichter zu gehen sind wie andere Wege.
Noch problematischer ist, dass uns weisgemacht wird, dass es ein richtiges Endziel gar nicht gibt, sondern dass es viele Teilziele im Leben gibt, deren Erreichen uns völlig zufriedenstellen würden, seien es Erfolg, Reichtum, Macht, Genuss oder Gesundheit und anderes. Doch diese Teilziele sind wie geschaffen dafür, uns aufzuhalten und uns vom richtigen und zielgerichteten Weg abzubringen, so dass wir das Ziel nie erreichen.
König David, der diesen Psalm geschrieben hat, hat eine klare und kluge Entscheidung getroffen. Er hat sich entschieden, sich dem anzuvertrauen, der die gesamte Schöpfung, ihn selbst, den Weg und das Ziel geschaffen hat und so als einziger in der Lage ist, den richtigen Weg zu zeigen:
Gott, der Schöpfer und Erhalter der Welt, der Herr des Himmels und der Erde ist allein der, der die absolute Wahrheit kennt, weil er Wahrheit ist. Gott allein ist es, der uns den richtigen Weg Schritt für Schritt weisen kann - wie unklug ist es doch, auf einen anderen Wegweiser zu vertrauen. David schaut nicht in Horoskope, hört nicht auf Wahrsager noch auf menschliche Ratschläge, er wendet sich an Gott direkt und bittet ihn, ihm den richtigen Weg zu zeigen, ihn den wahren Weg zu lehren, denn wir brauchen nicht nur ein einziges Mal Wegweisung, sondern wir benötigen diese Weisungen täglich für jeden unserer Schritte, um nicht doch in falsche Richtungen zu gelangen und das Ziel zu verfehlen.
Ermuntern wir uns doch gegenseitig, Gottes Sohn, Jesus Christus zu vertrauen und seinen Weisungen zu gehorchen, der von sich selbst sagt:
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.
Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Johannes 14,6