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Nachdenkliches
"Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch! Eure Sanftmut soll allen Menschen bekannt werden; der Herr ist nahe. Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus."
Philipper 4, 4 - 7
"Freut euch im Herrn - allezeit!" Wie kann Paulus so etwas schreiben, wo er doch im Gefängnis sitzt? Und er bekräftigt: "Wiederum will ich sagen: Freut euch!" Ist das nicht zu viel verlangt? Echte Freude trotz Ungewissheit, Leiden und Entbehrungen? Wie sehr wünschte man sich, dass man so sein könnte! Paulus leidet um seines Glaubenszeugnisses willen. Und doch ist er nicht verbittert oder trübsinnig, ganz im Gegenteil:
"Lasst eure Sanftmut allen Menschen kund werden, der Herr ist nahe!"
Keine Auflehnung gegen sein Schicksal, keine Bitternis gegen seine Bewacher oder das römische Staatsystem oder Enttäuschung über andere, kein resigniertes "Warum"?
Es scheint beinahe, als ob die Not ihn geradezu zum Lob herausfordert. "Freut euch im Herrn - allezeit!" im gleichen Atemzug nennt er aber den tiefen Grund seiner Freude: "Der Herr ist nahe". Wie und wo?
Jesus sagt: "Ich bin bei euch alle Tage". Das ist Paulus bewusst: Jeder Atemzug, jeder Herzschlag ist Wille Gottes. Er lebt im Willen Gottes. Er weiß, Christus ist mit ihm - und in ihm, letztlich näher als sein eigener Schatten. Hauptsache in Christus, dadurch ist ihm das Unmögliche möglich: Freude und Sorglosigkeit im Angesicht der Not.
"Sorgt euch um nichts" klingt ziemlich provozierend, wenn uns Ärger, Probleme, Krankheit und andere Nöte überrollen und sich alles gegen uns zu stellen scheint. Aber gerade im Moment der Not erkennt Paulus, wie unsinnig Sorgen sind, denn Sorge aus Sicht der Bibel heißt Schlechtes ahnen und erwarten, zweifeln, dass Gott gut zu uns ist, bezweifeln, dass Gott gerne gibt und nicht vorenthält.
"Sorgt euch um nichts" bedeutet bei Paulus nicht, sich gedankenlos dahintreiben zu lassen, sondern aktiv zu glauben: "Lasst in jeder Lage eure Anliegen durch Gebet und Flehen verbunden mit Danksagung vor Gott kund werden!"
Es geht also um ein Lebensprinzip: Allezeit Freude, weil Gott allezeit nahe ist.
Dieses Lebensprinzip drückt sich bei Paulus so aus, dass er in jeder Lebenslage alle seine Bedürfnisse unmittelbar und voller Zuversicht vor Gott bringt, ohne im Geringsten daran zu zweifeln. Was auch immer geschieht, Gott gibt und Gott ist gut! Deshalb ist im "Gebet und Flehen" die Danksagung schon miteingeschlossen. Diese Haltung mündet in tiefem Frieden: "Dann wird der Friede Gottes, der höher ist als aller Verstand, eure Herzen und euer ganzes Denken in Christus bewahren." Freude in Gott, Friede in Christus, das bewahrt vor Zweifeln und Depression und führt zu einer völlig neuen und positiven Lebenseinstellung, zu einer neuen Denkstruktur, die uns Gottes gute Pläne mit uns klarer erkennen lässt als je zuvor (V 8 + 9).
So sei es unser tägliches Motto:
"Die Freude im Herrn ist unsere Stärke"
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