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Nachdenkliches
"Tue deinen Mund weit auf, und ich will ihn füllen"Psalm 81,11
Es gibt im Alten Testament viele Stellen, die pures Evangelium sind. Zu ihnen gehört auch dieser Vers. Gott erklärt sich bereit, uns reichlich zu segnen.
Allerdings nennt er eine Bedingung, die jeder erfüllen kann. Wir müssen unseren Mangel empfinden und uns nach Gott und seinen Segnungen ausstrecken. Dieser Vers erinnert uns an eine Vogelmutter, die nach mühevoller Jagd nach Insekten zurückkehrt ins Nest. Dort wird sie mit aufgespreiztem Mund von ihrer Brut erwartet. Man sieht kaum etwas Anderes als Mäuler. So sollen wir uns sehnen nach Gott und seinen Segnungen.
Ps. 42 drückt es so aus:
"Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott."
Leider erblasst bei uns oft dieses starke Verlangen nach der Nähe unseres Herrn. Wir sind zu schnell zufrieden mit unserem geistlichen Zustand. Dabei preist Jesus die glücklich, die "hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit" und verheißt dann gleich: "denn sie sollen gesättigt werden" (Matth.5,6)
Wenn uns dieser Hunger und Durst abgeht, entgeht uns viel von dem, was unser Herr uns noch schenken möchte. Denn er zwingt sich und seine Gaben niemand auf. Er macht es nicht wie es früher unsere Frauen in Ungarn machten. Sie mästeten ihre Gänse zwangsweise. Sie fingen sie, öffneten mit der linken Hand gewaltsam ihr Maul und stopften mit der rechten ihren Kropf voll mit Mais. Das gab dann Prachtkerle, ob sie es wollten oder nicht.
Gott tut das nicht. Er gibt uns im letzten Kapitel der Bibel mit auf den Weg: "Wen dürstet, der komme", und fügt dann hinzu:
"Wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst" (Offb.22,17).
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