Nachdenkliches
„Wenn wir durch den Geist leben,
so lasst uns durch den Geist wandeln.“
Gal. 5,25
Und als der Tag des Pfingstfestes erfüllt war...
(Apostelgeschichte 2,1)
Pfingsten ist die Erfüllung einer der größten Verheißungen des Herrn Jesus. Mit Pfingsten fand der Rettungsplan Gottes seinen Abschluss und das Zeitalter des Heiligen Geistes begann. Ohne den Heiligen Geist kann niemand ein Kind Gottes werden und zur Familie Gottes hinzukommen. Paulus sagt ganz unmissverständlich: „Wer Christi Geist nicht hat, ist nicht sein“ (Röm.8,9b).
Als damals der Heilige Geist mit mächtigem Brausen auf die Erde kam, hatte das gewaltige Auswirkungen. Ängstliche, verschüchterte Jünger, die sich noch Tage zuvor aus Angst vor den Juden hinter verschlossenen Türen verkrochen hatten, traten nun in die Öffentlichkeit und wurden zu unerschrockenen Verkündern des Evangeliums - und das war nicht nur ein Strohfeuer aus einer momentanen Begeisterung heraus. Der Heilige Geist wohnte jetzt dauerhaft in ihnen, verwandelte sie im Innersten ihres Wesens und rüstete sie mit ungeahnter Kraft aus. Und dieser Kraft konnten sich auch die Zuhörer nicht entziehen. Die Botschaft drang ihnen ins Herz und führte sie zur Buße und als Folge davon nahm der Heilige Geist nun auch von ihnen Besitz.
Eine geistliche Kettenreaktion hatte begonnen, die bis heute nicht beendet ist. Gleichzeitig verband der Geist sie alle zu einem Leib, dessen Haupt Christus ist. Das war die Geburtsstunde der Gemeinde. Und dass die Gemeinde Jesu bis heute existiert und nichts sie zerstören konnte, beweist, dass die Wirkung des Geistes keine Einbildung einiger Schwärmer ist, sondern Realität.
Seit den Tagen der Apostel haben die Jünger Jesu sich immer auf diese Kraft verlassen. Der Heilige Geist ist bis heute unverändert geblieben. Auch uns steht seine Kraft in gleichem Maße zur Verfügung. Leider geben wir uns oft mit so wenig zufrieden und finden uns mit unserer geistlichen Armut ab, als sei es eine unabänderliche Tatsache, anstatt das außerordentliche Potenzial, welches in uns ist, zu nützen.
Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (1. Tim 1,7). Doch wie oft mühen wir uns selbst ab und versuchen, mit unserer eigenen Kraft zurechtzukommen. Und da kann es nicht ausbleiben, dass wir immer wieder scheitern und als Folge davon verzagt und frustriert sind. Menschliche Anstrengungen, so gut sie auch gemeint sind, führen auf geistlichem Gebiet in die Sackgasse. Der Heilige Geist will uns den richtigen Weg zeigen und uns in alle Wahrheit leiten. Er will uns in unserem Alltag begleiten, uns Erfüllung und Freude, Liebe und Kraft geben und uns, wie die Jünger damals, von aller Verzagtheit befreien. Berauben wir uns nicht selbst seiner Hilfe, indem wir ihn durch geduldete Sünde und Ungehorsam dämpfen oder betrüben und dadurch kraftlos und führerlos werden, und was das Schlimmste ist, Jesus aus dem Blick verlieren.
Von Stephanus, dem ersten Märtyrer, lesen wir: „Als er aber, voll Heiligen Geistes, unverwandt zum Himmel schaute, sah er die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen“(Apg.7, 55). Der Heilige Geist rückt unser eigenes „Ich“ aus der Mitte und stellt dafür Jesus ins Zentrum. Uns Jesus zu zeigen und uns nach und nach in SEIN Bild zu verwandeln, ist das überwiegende Bestreben des Heiligen Geistes. Möge für uns alle mehr und mehr zutreffen, was Paulus im 2. Korintherbrief 3,18 sagt:
„Und wir alle spiegeln mit aufgedecktem Gesicht die Herrlichkeit des Herrn wider. Dabei werden wir selbst in sein Bild mit ständig zunehmender Herrlichkeit verwandelt. Das alles geschieht durch den Herrn, den Geist“.