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Nachdenkliches
„Wenn ich sagte: Mein Fuß wankt!,
so unterstützte mich deine Gnade, HERR.
Als viele unruhige Gedanken in mir waren, beglückten deine Tröstungen meine Seele!“
Psalm 94,18-19
Die Psalmen sind sehr lebensnah. Die Verfasser beschrieben sehr ehrlich auch ihre Ängste und Sorgen. Dies ist auch in diesen beiden Versen sichtbar. Hier die Angst vor der Zukunft. „Ich sagte: Mein Fuß wankt!“ Der Boden unter seinen Füßen schien nachzugeben.
Und gleich im nächsten Vers bekennt er, dass viele unruhige Gedanken in ihm waren. Das klingt nicht wie verstaubte und längst überholte Gedanken von anno dazumal. Nein, sie drücken die Lebenserfahrung vieler Menschen von heute aus.
Wie schön, dass uns der Psalmist nicht mit dem wankenden Boden unter unseren Füßen und den von unruhigen Gedanken geplagten Herz allein lässt, sondern er verrät uns auch, woher ihm in seiner Angst und Sorge Hilfe zuteilwurde. Es war die Erfahrung der Gnade Gottes. Den wankenden Fuß „unterstützte“ die Gnade Jahwes. Das Wort „unterstützte“ beschreibt in sehr treffender Weise die Gnade Gottes: „unter-stützte“. Als sein Fuß wankte, merkte er, dass unter seinem wankenden Fuß der feste Boden der Gnade Gottes ist.
Und in seinen unruhigen Gedanken, die ihn bis in die Nacht verfolgten, wurde er im Innersten seiner Seele beglückt durch die Tröstungen seines Gottes.
Vanheiden folgt der Fußnote der Elberfelder Übersetzung und formuliert es so: „dann liebkoste dein Trost meine Seele“. Das zeigt das Bild einer Mutter, wie sie ihr Kind tröstet. Die Gewissheit der Liebe seines Gottes brachte seine aufgeregte Seele zur Ruhe. Es war die Ruhe in der Gnade, die ihn „unterstützte“ und der Liebe Gottes, deren er trotz seiner Unruhe gewiss war.
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